• 2004 · Robert Hönicke & Denny Rolle

    Karosseriebaumeister & KfZ-Mechaniker

    Bitte beschreibe kurz dein Unternehmen.

    Wir sind das Karosserie-Instandsetzungsteam, eine freie KfZ-Werkstatt. Zu unseren Leistungen gehört quasi alles, was mit dem Auto zu tun hat – vom Karosserieschaden bis hin zum Reifenwechsel. Ich führe das Unternehmen zusammen mit meinem Geschäftspartner Denny Rolle und aktuell drei Mitarbeitern. Von Beruf aus sind wir Karosseriebaumeister und KfZ-Mechaniker.

    Was ist das Besondere an deiner Arbeit?

    Ich würde sagen, dass das Besondere an meiner Arbeit vor allem die Entscheidungsfreiheit ist. Mein Arbeitstag startet und endet dann, wann ich es festlege und während meiner Arbeit verwirkliche ich meine eigenen Ideen und nicht die meines Vorgesetzten.

    Der Mensch dahinter

    Ich habe Denny während meiner Lehre kennengelernt. Unsere Ausbildungsbetriebe wollten uns damals gern übernehmen, aber wir hatten Lust unseren eigenen Weg zu gehen und als Selbstständige unsere individuellen Ideen zu verwirklichen. Zum Zeitpunkt der Gründung war ich 25 und Denny 27 Jahre alt und ich muss sagen, dass es bis heute keinen einzigen Tag gab, an dem ich die Entscheidung selbstständig zu sein, bereut habe.

    Warum bist du damit erfolgreich? Was hat sich im Laufe der Jahre geändert?

    Gerade der Beginn der Selbstständigkeit war sehr zeitintensiv und kräftezehrend. In den ersten fünf Jahren war die 50 bis 70 Stunden Woche eher die Regel als die Ausnahme. Nachdem wir einen ersten festen Kundenstamm aufbaut hatten, konnten wir langsam kürzere Arbeitstage einplanen und die Selbstständigkeit so selbstbestimmt ausleben wie wir sie uns zuvor ausgemalt hatten. Seit Beginn der Selbstständigkeit im Jahr 2004 haben wir uns räumlich, um eine neue Werkstatthalle vergrößert. Unsere erste „Kraut- und Rübenwerkstatt“ wurde zu einer professionellen Halle. Diese hat unsere Außenwirkung maßgeblich verbessert und die Kundenanfragen haben sich plötzlich mehr als verdoppelt.  

    Dein Bezug zu Brandenburg

    Denny und ich sind Urpotsdamer.

    Was waren die Stolpersteine als Gründer? Welche sind es jetzt?

    Die Potsdamer Behörden hatten es uns vor allem beim Bau unserer zweiten Werkstatthalle schwergemacht. Wir hatten zunächst eine preisgünstige Variante aus Stahl geplant, die von den Behörden jedoch abgelehnt wurde. Stattdessen musste laut Vorschrift eine gemauerte Steinhalle errichtet werden, die um einiges kostspieliger war. Unsere finanziellen Mittel waren zu Beginn knapp bemessen. Wir hatten uns von Freunden und unseren Familien Geld geliehen, um die ersten Geräte in der Werkstatt bezahlen zu können. Die finanziellen Förderungen allein hätten für die Gründung nicht ausgereicht.

    Was sind für dich die Vorteile & Nachteile der Selbstständigkeit?

    In der KfZ-Branche wird gerade sehr stark nach Nachwuchs gesucht, der zurzeit an allen Enden fehlt. Sollten meine Mitarbeiter krankheits- oder altersbedingt aus der Firma aussteigen, müsste ich zukünftig mehr arbeiten und diese ersetzen, was nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich ist.

    Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

    Ich würde alles wieder genauso machen, allerdings niemals ohne einen Geschäftspartner. Naja, eine Sache gibt es vielleicht doch: ich hätte die zweite Werkstatthalle schon früher gebaut. Die positive Wirkung auf die Kunden war wirklich enorm und hätten uns bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Selbstständigkeit gutgetan.

    Was empfiehlst du anderen Gründer*innen bzw. Jung-Unternehmer*innen?

    Es gibt tolle Vorteile wie z.B. die Umsetzung von eigenen Ideen, die freie Zeiteinteilung und die Freiheit selbst zu entscheiden, ohne sich einem Vorgesetzten gegenüber rechtfertigen zu müssen. Dem gegenüber steht der Druck, den man sich als Selbstständiger selbst macht. Dazu zählt z.B. bei 40 Grad Fieber trotzdem zur Arbeit zu gehen, weil der Auftrag einfach fertig werden muss. Wenn man die Möglichkeit hat, empfehle ich unbedingt eine Gründung zu zweit. Ein Geschäftspartner hält einem auch im Falle von Krankheit und Urlaub den Rücken frei. Als Einzelkämpfer ist die Realisierung vor allem in den Anfangsjahren sehr schwer.

    Vielen Dank für das interessante Interview!

    KONTAKT

    Robert Hönicke & Denny Rolle

    Karosserie Instandsetzungsteam

    Am Silbergraben 21 | 14480 Potsdam

    Facebook:

    https://www.facebook.com/kteampotsdam/

     

    Das Interview führte Karina Börner (boerner(at)socialimpact.eu) mit Robert Hönicke am 11.04.2019.

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