• 2009 · Christian Rogge

    Inhaber Abschleppservice · Oranienburg

    Beschreibe bitte dein Unternehmen.

    Wir sind ein Abschlepp- und Transportservice. Wir bieten also Pannenhilfe an, schleppen Fahrzeuge ab und transportieren Neu- und Gebrauchtfahrzeuge durch Deutschland, für Privat- als auch Firmenkunden.

    Mit der Pannenhilfe und dem Abschleppdienst sind wir 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr für die Kunden verfügbar und sind Ansprechpartner, wenn eine Notsituation eintritt. Dazu haben wir ein Drei-Schicht-System eingeführt. Fahrzeugtransporte machen wir von Montag bis Freitag. Die Abschleppdienste sind über Versicherungen und Automobilclubs nach Regionen aufgeteilt, sodass der Radius etwa 30 bis 40 km vom Standort Oranienburg­­­­ beträgt.

    Aktuell habe ich sechs Mitarbeiter, wovon sich fünf auf der Straße rumtreiben und eine Mitarbeiterin sitzt im Büro, schreibt Rechnungen und erledigt den Papierkram – den schaffe ich nicht mehr allein.

    Was ist das Besondere an deiner Arbeit?

    Wir arbeiten nicht gegeneinander; die anderen Abschleppdienste sind deshalb keine Konkurrenten, sondern Mitbewerber. Jeder macht seins. Und uns zeichnet aus, dass wir Freundlichkeit und Schnelligkeit miteinander verbinden. Außerdem erhalten unsere Kunden fachkundige und wirksame Hilfe, und in Schadensfall vermitteln wir auch einen Mietwagen.

    Der Mensch dahinter

    Ich habe dreieinhalb Jahre eine Lehre als Kfz-Mechaniker gemacht und dann 8 Jahre bei meinem Vater im Unternehmen angestellt gearbeitet. Er hat einen Abschleppwagen mit Verträgen mit dem AvD und ACE. Mit 28 Jahren habe ich dann entschieden, dass ich mich selbstständig machen will.

    Warum bist du damit erfolgreich? Was hat sich im Laufe der Jahre geändert?

    Stück für Stück – ich habe klein und allein angefangen und bin mittlerweile bei sechs Mitarbeitern. Der Fuhrpark ist mit den Jahren gewachsen, genauso wie der Kundenstamm. Zu Beginn habe ich mir Unterstützung durch ein 450€-Jobber geholt, aber das hat schnell nicht mehr gereicht. In den zehn Jahren bin ich dann kontinuierlich gewachsen.

    Am Anfang habe ich viel „Klinken geputzt“, ich musste mich vorstellen und beweisen, dass ich zuverlässig und pünktlich arbeite. In diesem Gewerbe muss man sich erst mal beweisen und ich denke, das haben wir das in den vergangenen zehn Jahren sehr gut getan. Das liegt natürlich auch an meinem Team, auf das ich mich verlassen kann.

    Dein Bezug zu Brandenburg

    Ich bin geboren in Birkenwerder, meine Vater hat hier seine Firma und ich wollte aus meiner Heimat nicht weg. Der Standort hat sich angeboten.

    Aus welchem Grund hast du dich damals selbstständig gemacht?

    Die Selbstständigkeit wurde mir quasi in die Wiege gelegt; ich fand das schon immer gut.

    Die wichtigste Erfahrung als Gründer?

    Es gibt Hochs und Tiefs – damit muss man in der Selbstständigkeit leben. Aber dafür bin ich ja selbst zuständig, da kann ich gegensteuern. Bei mir lief bei der Existenzgründung alles sehr glatt – ausreichend Erfahrung mit einem Abschleppdienst war vorhanden, ich hatte schon einige Kontakte, auf die ich zurückgreifen konnte. Ich wusste, worauf ich mich einlasse.

    Was waren die Stolpersteine als Gründer? Welche sind es jetzt?

    Die Anfangszeit ist ja immer schwer. Ich wollte etwa in halbes Jahr nach meiner Existenzgründung den Fuhrpark erweitern und da haben die Banken natürlich nicht Hurra gerufen und das ich so viel Kredit bekomme, wie ich möchte. Über den KfW Existenzgründerkredit habe ich dann aber das Geld für meine Technik bekommen. Außerdem ist im Moment ein ganz großes Problem, Kraftfahrer zu bekommen; da pflegt man seine Mitarbeiter natürlich sehr gut.

    Was sind für dich die Vorteile & Nachteile der Selbstständigkeit?

    „Selbst und ständig“ – wenn die anderen schon zuhause sitzen, sitze ich im Büro oder bin noch auf der Straße. Aber es hat natürlich auch Vorteile, z. B. die freie Zeiteinteilung. Wenn ich sage, ich fahre für eine Stunde nach Hause, dann ist das so. Wichtig ist, dass alles läuft, auch ohne den Chef.

    Ich fühle mich absolut wohl mit meiner Selbstständigkeit. Ich fahre mit einem Lächeln zur Arbeit. Es ist schön, wenn es läuft und wenn man sich keine Sorgen machen muss. Und ich brauche mir nichts vorschreiben lassen. Wenn ich es mache, mach ich es und muss dann aber voll hinter meiner Entscheidung stehen und Verantwortung übernehmen.

    Würdest du beim nächsten Mal etwas anders machen?

    Nö!

    Was empfiehlst du anderen Gründer*innen bzw. Jung-Unternehmer*innen?

    Für mich war ganz wichtig, immer einen Schritt nach dem anderen anzugehen. Ich denke, es ist gut, klein anzufangen und dann mit den Erfahrungen zu wachsen. Außerdem muss man den Überblick behalten – also was kommt rein und was sind die Kosten – um sich nicht zu übernehmen und sich ins Unglück zu stürzen. Gerade bei hohen Investitionen sollte man zusehen, dass man diese auch zurückzahlen kann.

    Kontak

    Transport- und Abschleppservice Christian Rogge

    Veltener Str. 37

    16515 Oranienburg

    www.abschleppdienstberlin.com

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