• 2010 · Susann Goldau-Thierbach

    Dekorateurin · Rathenow

    Was machst du mit deinem Unternehmen?

    Ich arbeite sehr vielfältig – ich mache passend zu jeder Saison und jedem Thema Dekorationen, bedrucke Servietten und erstelle ganz individuelle Tischgestaltungen mit Accessoires und Papierdrucksachen, ob Einladungskarte, Menükarte oder Danksagung. Meine unterschiedlichen Ausbildungen sorgen für ganz unterschiedliche Aufträge. Hauptsächlich werde ich im Moment für Hochzeiten, Taufen und runde Geburtstage von den Gastgebern direkt gebucht. Ich arbeite aberArtikel auch mit Hotels und Restaurants in der Gegend zusammen.

    Ebenso können die Kunden einfach zu mir in die Werkstatt kommen, um Dekorationsmaterialien zu mieten oder Tischbänder, Kerzen und Servietten zu kaufen. Passend zu den Jahreszeiten gestalte ich gern Schaufenster.

    Ich bin Einzelunternehmerin, habe keine Mitarbeiter, aber für verschiedene Aufträge arbeite ich mit meiner Mutter hier in der Werkstatt zusammen.

    Was ist das Besondere an deiner Arbeit?

    Die Vielfalt – jeder Kunde hat ganz individuelle Vorstellungen und es macht Spaß, sie professionell zu beraten. Und dass ich alles selber machen kann. Von der Beratung über die Planung bis hin zur Ausführung.

    Warum bist du damit erfolgreich?

    Gestaltung ist in allen Bereichen meine Berufung, ob im Raum, an der Wand, auf Papier oder auf dem Tisch. Ich liebe, was ich tue, und das spüren auch meine Kunden. Und ich bin gut organisiert.

    Ich bin immer offen für neue Kooperationen: Für mich ist es sinnvoll, mit verschiedenen Restaurants, Zelt-Verleihern und Firmen zusammen zu arbeiten. Außerdem hat mich vor Kurzem die Volkshochschule angesprochen, ob ich nicht Kurse dort geben will. Das ist eine interessante Möglichkeit für die Wintermonate, in denen ich zeitlich noch etwas Kapazitäten habe.

    Der Mensch dahinter

    Ich habe zum ersten Mal mit 21 Jahren ein Unternehmen gegründet. Da hatte ich gerade meine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin und mein technisches Fachabitur in Brandenburg bestanden. Weil ich mich dann aber weiterentwickeln wollte, habe ich diese erste Selbstständigkeit nach drei Jahren wieder abgemeldet und eine zweite Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin für Medien und Kommunikation an der Medienschule Babelsberg absolviert. Eigentlich wollte ich Innenarchitektin werden. Ich habe schnell gemerkt, dass ich die praktische Arbeit brauche. Die zweite Selbstständigkeit habe ich dann mit 27 Jahren als Dekorateurin gestartet, mit der Unterstützung von Enterprise, in Potsdam. Der Umzug nach Rathenow kam dann erst etwas später, weil ich hier die größeren Räumlichkeiten gefunden habe und die Unterstützung meiner Mutter in Anspruch nehmen kann, die als Schauwerbegestalterin ebenfalls viel Erfahrung mitbringt.

    Dein Bezug zu Brandenburg

    Ich bin in Rathenow geboren, dann zur Ausbildung erst nach Brandenburg a. d. H. und dann nach Potsdam gezogen, um schließlich wieder in meiner Heimat Rathenow anzukommen. Hier kann ich nun meiner Mission, die Welt ein bisschen schöner zu machen, nachkommen.

    Aus welchem Grund hast du dich damals selbstständig gemacht?

    Ich wollte seit frühester Jugend selbstständig sein. Es war für mich irgendwie naheliegend. Schließlich half ich seit meinem zehnten Lebensjahr meiner unternehmerischen Mutter und von Freunden, Lehrern und Bekannten wurde es quasi vorausgesetzt. Was ich auf meine Art auch tat. Denn die Begeisterung für meinen Beruf mit allen seinen Herausforderungen war schon immer da. In einer Anstellung hätte ich nicht so gut meine vielen eigenen Ideen umsetzen können.

    Die wichtigste Erfahrung als Gründerin?

    Am Anfang als junge Gründerin wurde ich eher als Angestellte wahrgenommen. Es wirkte auf viele ungewöhnlich, dass ein so junger Mensch ein Unternehmen führt. Mit der Zeit wurde mein Auftreten selbstbewusster. Ich musste auch erst lernen, mich für meine Leistung angemessen honorieren zu lassen und mich nicht unter Wert zu verkaufen. Erst als Unternehmerin lernte ich, mit großen Zahlen zu hantieren. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, denn ich muss meine Kranken- und Rentenabsicherung bezahlen. Unter Beachtung meiner laufenden Kosten ist gute Kalkulation notwendig, damit es am Ende passt.

    Was waren die Stolpersteine als Gründerin? Welche sind es jetzt?

    Eigentlich gab es keine Stolpersteine. Durch meine verschiedenen Ausbildungen und die Vorbereitung von Enterprise war ich auf alles gut vorbereitet. Jeder neue Auftrag ist eine Herausforderung, bei dem ich auf mein Handwerkzeug zurückgreifen kann – ob beim Design entwerfen und erstellen, Schaufenster dekorieren, malern, nähen, gestalten.

    Mir fehlt gerade die Zeit, mich um mein eigenes Marketing optimal zu kümmern – ich fahre nicht zu Hochzeitsmessen, um meine Arbeit dort zu präsentieren. Mein Facebookprofil müsste besser gepflegt werden. Theoretisch weiß ich, was ich machen muss. Worauf es ankommt. Nur praktisch hinke ich hinterher. Zurzeit versuche ich es wieder klassisch mit Anzeigen in der Zeitung und Flyer verteilen. Außerdem habe ich gerade meine Website aktualisiert und mich auf Pinterest und Instagram angemeldet. Schauen wir mal, was dabei rauskommt.

    Wo siehst du die Vorteile & Nachteile der Selbstständigkeit?

    Als Vorteil sehe ich ganz klar die freie Zeiteinteilung – ich arbeite oft 50 oder 60 Stunden in der Woche, das fühlt sich aber nicht stressig an. Weil ich es für mich mache und weiß, dass ich dafür an anderer Stelle auch mal freimachen kann. Ich strukturiere und organisiere mich nach meinen Bedürfnissen.

    Im Moment bin ich noch nicht an der Stelle, dass ich Aufträge lange Zeit (z. B. für das nächste Jahr) vorplanen kann. Bisher hat sich aber alles gut ergeben.

    Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

    Meine zweite Gründung mit der Unterstützung von Enterprise verlief viel organisierter als die erste Gründung. Der Businessplan half mir mich zu fokussieren und Enterprise gab mir wichtiges Feedback. Was für den langfristigen Erfolg sehr wichtig ist. Alles, was ich an Fördersumme beantragt hatte, habe ich auch erhalten. Von dem Geld habe ich mir eine wichtige Software gekauft, die ich noch immer benutze. Außerdem habe ich mir eine zweite Prägemaschine und einen Laserdrucker gekauft – aus heutiger Perspektive war dieser Laserdrucker aber eine Fehlinvestition. Ich konnte damit nicht so arbeiten, wie ich es dachte.

    Mittlerweile benutze ich für einige Arbeiten Online-Druckereien. Der Vorteil: Man braucht nicht mehr alle teuren Maschinen selbst.

    Was empfiehlst du anderen Gründer*innen bzw. Jung-Unternehmer*innen?

    Seid mutig und zweifelt weder an euch, noch an eurer Idee.

    Sucht euch kompetente Hilfe für die Gründung.

     

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    Kontakt

    TISCHKULTUR & DEKOWERKSTATT Goldau

    Hauptstraße 23, 4712 Rathenow OT Steckelsdorf

    Telefon: 03385 - 50 60 29

    E-Mail: info(at)deko-goldau.de

    Web: www.goldau-dekoration.jimdo.com

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