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Mit Jeff und Luise durch die Corona Krise

Montag, 23. August 2021

Wir haben Luise gefragt, wie sie und Jeff durch die Corona-Zeit im letzten Jahr gekommen sind – eine herzerwärmende Story.

Liebe Luise, du hast dich als Bauchrednerin selbstständig gemacht. Erläutere doch kurz mal, was ein Bauchredner ist.

Für mich ist ein Bauchredner ein Mensch, der eng mit seinem inneren Kind verbunden ist. Denn als Bauchredner bringst du (meist) ein Kuscheltier oder eine Puppe zum Sprechen. Die meisten Menschen haben das zuletzt in ihrer Kindheit getan.

Anders als viele denken, redet ein Bauchredner nicht durch den Bauch. Es heißt nur "Bauch"-redner, weil die Leute früher dachten, dass die Götter aus dem Bauch eines Bauchredners sprechen.
Im Prinzip ist Bauchreden reden, ohne die Lippen zu bewegen.

Ein spannender Fakt:
Bauchreden kann jeder lernen, der eine Zunge und die oberen Vorderzähne im Mund hat.

Seit unserem letzten Interview ist ein Jahr vergangen. Was hat sich bei dir seitdem verändert?

Sehr viel!
Kurz nachdem wir uns das letzte Mal getroffen haben, bekam ich ein "Arbeitsverbot".
Warum? Der zweite Lockdown ging los. Da ist es Künstler:innen wie mir untersagt, auf die Bühne zu hüpfen und unser täglich Wasser und Brot zu verdienen.
Was einerseits dem Schutz der Gesellschaft dient, treibt uns Künstler teilweise ans Existenzlimit.

Mir war klar: "Jetzt ist die beste Zeit, um digitaler zu werden!"
Daher gab ich vermehrt Onlinekurse zum Bauchreden lernen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich schon 40 neue Bauchredner:innen ausgebildet.
Was mich besonders freut, sind die Rückmeldungen der Teilnehmer. Wie z.B. "Vor dem Bauchrednerkurs hatte ich das Gefühl, in der Pandemie zu ersticken, durch das Bauchreden habe ich ein ganz neues Lebensgefühl!"
Ein weiteres Feedback hat mich ganz besonders berührt. Da sagte mir eine Teilnehmerin, dass sie sich vor dem Kurs stets das Leben nehmen wollte. Doch seit sie mit dem Bauchreden angefangen hat, denkt sie nicht mehr darüber nach, wie sie sich das Leben nehmen könnte, sondern nur noch daran, wo sie als nächstes auftreten könnte.
Das ist für mich das beste Feedback, das man bekommen kann.

Zurück zu dem, was sich bei mir verändert hat. Letztes Jahr, zwei Tage vor Weihnachten, habe ich mit TikTok angefangen. TikTok ist im Gegensatz zu Instagram eine sehr schnelllebige App, wo du Videos posten und mit anderen Menschen teilen kannst.
Inzwischen habe ich dort 350.000 Follower. Diese Reichweite ermöglicht es mir, Shows in ganz Deutschland zu spielen. Früher bin ich nur in Potsdam und Berlin aufgetreten. Inzwischen trete ich überall auf, wo ich gebucht werde.

Du sprachst im letzten Jahr darüber, auch Erwachsene auf Firmenevents unterhalten zu wollen, konntest du dein Vorhaben schon realisieren?

Tatsächlich hatte ich dieses Vorhaben von mir gar nicht mehr im Kopf. *lach*
Auf einem Firmenevent bin ich noch nicht aufgetreten. Dafür werde ich viel für Privatveranstaltungen jeglicher Art gebucht. Für Groß und Klein.
Zurzeit trete ich vermehrt auf Geburtstagen, Einschulungen und Sommerfesten auf.
Das ist für mich sehr spannend. Es gibt bei mir keine Show, die ich 2x auf dieselbe Art spiele. Jede Show ist anders. Weil es immer eine andere Altersspanne, ein anderes Themengebiet und andere Wünsche gibt, die ich bedienen darf.
Neben meinen Shows habe ich aber noch eine fantastische Abwechslung. Ich bin nämlich gut von den Uckermärkischen Bühnen Schwedt gebucht. Dort darf ich an Wochenenden oft das Laufpublikum eine Stunde vor und eine Stunde nach den Theaterstücken unterhalten.
 

Auf Instagram und TikTok hast du eine große Followerschaft. Wie hast du die aufgebaut? Welche Ziele erreichst du damit?

Eines Tages war ich so genervt von Instagram, dass ich einfach mit TikTok angefangen habe. Auf Instagram kam ich einfach nicht weiter. Dort hatte ich 700 Follower und es wurden 3 Monate lang einfach nicht mehr. Eher weniger...
Auch TikTok war anfangs mühsam. Denn wenn ich gut war, bekam ich auf ein Video 11 Likes. WOW!
Mein Leitspruch ist: "Wenn Du Energie bekommen willst, musst du vorher Energie geben!"
Also fing ich an, pro Tag 3 bis 5 Videos zu posten. Es dauerte ein Monat und auf einmal ging eines meiner Videos viral. Was heißt das? Das Video hatte über 1 Millionen Aufrufe. 100.000 Likes. Und ich bekam auf einem Schlag 20.000 Follower.
Das hat mich umgehauen!
Natürlich bleibt der "Hype" nicht. Deshalb ist es wichtig, weiterhin täglich zu posten. Dran zu bleiben. Und eine Community zu bilden. Bis zum heutigen Tag poste ich 3 Videos pro Tag und bin fast täglich 1h lang live. Im Live-Programm gucken mir je nach Uhrzeit 100 bis 300 Leute zu und haben die Chance, mit mir und meinen Puppen zu interagieren. Das macht Spaß! Und nebenbei entstehen neue Routinen für meine Shows.

Inzwischen habe ich auf Tiktok 350.000 Follower. Und auf Instagram: 5.700 Follower

Luise aus Instagram erleben
Luise auf TikTok erleben

Meine Ziele, die ich erreicht habe:
Eine HerzensCommunity zu bilden.
Durch mehr Reichweite den Alltag mehrerer Menschen zu erhellen.
Durch mehr Reichweite Menschen darin zu stärken, "sie selbst zu sein".
Durch mehr Reichweite Menschen darin zu stärken, "an ihre Träume/ Visionen zu glauben".
Durch mehr Reichweite deutschlandweit gebucht zu werden.

Und ein kleines Extra gibt es auch noch: Durch meine Posts und Livestreams verdiene ich ein bisschen Taschengeld. Das ist ein schöner Energieaustausch.

Ich durfte dich und Jeff live erleben, du hast uns alle verzaubert. Auf jeden Gast individuell zu reagieren, ist sicher nicht immer ganz einfach, woher nimmst du diese Gelassenheit?

Die Gelassenheit kommt aus dieser kleinen Geschichte:
Früher hatte ich Muffensausen vor einem Auftritt. Ich machte mir viele Gedanken, wie:
"Was, wenn das Publikum meine Show nicht mag?"
"Was ist, wenn jemand ständig stört?"
Eines Tages las ich in einem Buch folgenden Satz:
"Alles, was dein Publikum will, ist unterhalten zu werden."
Also stellte ich mir die Frage: Ist meine Show unterhaltend?
Und die Antwort war: Definitiv!
Seitdem ich das mit mir geklärt habe, gehe ich viel gelassener in meine Shows. Bei den meisten Auftritten bin ich auch gar nicht mehr aufgeregt, sondern freue mich einfach nur darauf.

Es gibt ein paar wichtige Dinge, die du vor deinen Auftritt klären solltest:
1. Ist dein Hosenstall zu?
2. Hast du noch Petersilie zwischen den Zähnen?
3. Ist deine Puppe am Start?
4. Bist du bereit, deinem Publikum die geilste Show ever zu liefern?

Wenn das alles geklärt ist, geht es darum, vom 1. Moment der Show das Publikum abzuholen.
Daher sage ich immer: Starte Deine Show mit einer Explosion / etwas Unerwartetem.
Denn wenn du dein Publikum nicht abholst, hast du verloren. Kinder fangen an, sich anders zu beschäftigen und Erwachsene ziehen ihr Handy raus. Das stört das gesamte Publikum und auch dich als Künstler.

Daher ist es mir wichtig, jeden aus dem Publikum dort abzuholen, wo er steht. Und jeden so anzunehmen und zu wertschätzen, wie er ist.
Mir fällt das zum Glück leicht, weil ich viel Empathie habe und schnell die Stimmungen von den verschiedensten Menschen wahrnehme. Zudem bin ich super flexibel in meiner Show. Oft baue ich während der Show meine Show nochmal angepasst auf das Publikum um. Teilweise bringe ich dann sogar Sachen auf die Bühne, die nicht geplant waren oder gar neu erfunden sind.

Das Wichtigste ist, "nicht" meine Show strikt nach Plan zu spielen, sondern so zu spielen und an das Publikum anzupassen, dass jeder am Ende mit einem Lächeln und einem glücklichen Herzen aus der Show geht.

Liebe Luise, danke für das schöne Interview. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und glückliche Momente mit deinem Publikum. (20.08.2021)

https://luise-bauchrednerin.jimdosite.com/

 

 

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