Gastbeitrag der JEMO DIGITAL AGENTUR.

Webseiten selber machen oder Agentur beauf­tragen? 2/3

Dienstag, 09. Juni 2020

Dieser Gastbei­trag der JEMO DIGITAL AGEN­TUR unter­stützt dich bei der Ent­schei­dung, ob du eine Web­seite selber bauen kannst oder eine Agen­tur beauftragen solltest und ist der 2. Teil einer Serie.

Für jedes neue Unternehmen stellen sich an einem Punkt die Fragen nach der eigenen Webseite. Brauchst du überhaupt eine Webseite? Kannst du dir diese selbst zusammenbauen oder beauftragst du eine Webagentur? Und was musst du dabei alles beachten?

In dieser “Webseite 101”-Serie wollen wir dich bei dieser wichtigen Entscheidungen unterstützen und dich darauf vorbereiten, was dich beim Projekt Webseite erwartet.

Im ersten Teil haben wir uns um die Frage gekümmert, ob dein Unternehmen überhaupt eine Webseite benötigt. Im zweiten Teil unterstützen wir dich bei der Entscheidung, ob du deine Webseite selbst bauen kannst oder eine Agentur beauftragen solltest.

Frage 2: Kannst du deine Web­seite selber bauen oder solltest du eine Agentur be­auf­tragen?

Sein wir mal ehrlich: Wenn das Geld keine Rolle spielen würde, würden wir ohne langes Zögern jemanden dafür bezahlen, unsere Wäsche zu waschen oder unseren Müll rauszubringen, damit wir uns auf die schönen Dinge im Leben konzentrieren können. 

Ebenso verhält es sich auch mit Webseiten: Wenn dein Unternehmen genug Budget hat, solltest du die Webseite lieber von Experten bauen lassen, damit du dich auf dein eigentliches Geschäft konzentrieren kannst. 

Leider müssen die meisten aber gerade am Anfang der Gründung sehr genau überlegen, wofür sie Geld in die Hand nehmen. Wenn du also erst mal festgestellt hast, dass du eine Webseite benötigst, musst du dir überlegen, wie viel sie dir wert ist. 

Eine einfache Webseite basierend auf einem leicht angepassten Template kann von einem Studenten oder Hobby-Webentwickler schon mal für 500 Euro angeboten werden, aber realistisch gesehen fängt kaum eine Agentur unter 1500 Euro für die simpelste Webseite an. Und hier sprechen wir noch nicht von einem individuellen Design oder gar von einem Webshop. Wenn du also vor der Entscheidung stehst, ca. 3000 Euro für eine Webseite auszugeben oder dich mit einem Baukasten wie wix.com oder jimdo.de selbst dranzusetzen, solltest du dir im Vorfeld folgende Gedanken machen:

Deine Fähig­keiten und deine Zeit

Wenn du eine Webagentur gründest, wäre es natürlich sinnvoll, wenn du deine eigene Webseite baust. 😉 Auch falls du sonst schon mal mit dem Erstellen von Webseiten zu tun hattest oder eben ausreichend technik- und internetaffin bist, dann ist das eine gute Voraussetzung, wenn du dir deine eigene Webseite bauen willst. Es ist auch hilfreich, wenn du dir schnell neues Wissen selbst beibringen kannst und sicher im Umgang mit Support-Foren und YouTube-Tutorials bist. Wer bereit ist, Zeit und Energie zu investieren, findet ausgezeichnete Online-Ressourcen, um selbst eine Webseite zu erstellen. Am besten beginnt man dann mit einem Webseiten-Baukasten (z. B. jimdo, wix, 1&1 Baukasten, Strato Baukasten,...), da man hier wenig falsch machen kann und sehr viel Unterstützung bekommt.

Sollte die Beschreibung oben nicht auf dich zutreffen, dann ist es vermutlich nicht die beste Investition deiner Zeit. Statt sich etwas beizubringen, was dich nur Nerven kostet und an dem du keine Freude hast, würde es sich eher anbieten, jemanden zu beauftragen.

Auch wenn du grundsätzlich das Interesse und die Fähigkeiten hast, solltest du realistisch abschätzen, was dir mehr Wert ist: deine Zeit, die du für die Erstellung und Pflege der Webseite aufwenden müsstest, oder dein Geld, das du für eine Beauftragung ausgeben würdest. Beides sind legitime Strategien und hängen stark von deiner wirtschaftlichen Lage ab.

Wichtigkeit der Web­seite für dein Un­ter­nehmen

Diesen Punkt hatten wir im Teil 1 der Webseite 101 Serie angestoßen, aber bei der Entscheidung “Selbermachen oder Agentur” kommt er wieder zum Tragen. Je wichtiger die Webseite für den Erfolg deines Unternehmens insgesamt ist, desto professioneller sollte sie sein. Wenn deine Webseite ein wichtiger Marketingkanal ist oder “konvertieren” soll (Kunden dazu bringen, Kontakt aufzunehmen oder etwas zu buchen / kaufen), dann benötigt deine Webseite ein Marketing-Konzept. Moderne Webseiten-Baukästen unterstützen dich sehr gut dabei, deiner Webseite ein hübsches Äußeres zu geben. Du bist aber komplett selbst dafür verantwortlich, sicher zu stellen, dass die Inhalte die Kunden ansprechen und ob man sich auf deiner Seite gut zurechtfindet. Du solltest dich also ebenfalls damit auseinandersetzen, wie du überhaupt messen kannst, ob deine Webseite so funktioniert, wie du es dir vorstellst.

Tipp: Agenturen nutzen für die Analyse deiner Webseite unter anderen kostenlose Tools aus der Google Suite (Google Analytics, Google Tag Manager, Google Search Console,...). Du kannst diese Tools auch selbst kostenlos nutzen. Das Setup und die Verbindung mit deiner Webseite ist relativ einfach, auch wenn man natürlich genau arbeiten muss, um Fehler bei der Datenerfassung und beim Datenschutz zu vermeiden. Die Herausforderung ist dann allerdings, die Daten auszuwerten. Spätestens hier solltest du dir den Rat eines Profis einholen, wenn du deine Seite wirklich produktiv auswerten möchtest.

Wenn deine Webseite nur schönes Beiwerk ist, dann kannst du dir eher Unerfahrenheit und Fehler eher erlauben, als wenn du dich auf eine bestimmte Funktion deiner Webseite verlassen können musst. Unternehmen mit Webshops oder mit Akquise-Strategien über die Webseite sollten von einem Profi gebaut werden.

Komplex­ität deiner Web­seite

Dieses Mal geht es nicht um die Komplexität deines Produktes oder deiner Dienstleistung wie im Teil 1 der Webseite 101 Serie, sondern um den Anspruch an die Funktionen deiner Webseite. Die einfachste Webseite wäre also eine Webseite mit “statischen” Inhalten, also informativen oder werbenden Texten, Bildern und Videos, mit denen die Nutzer deiner Webseite aber nicht weiter interagieren sollen. Die Nutzer konsumieren also den Inhalt deiner Webseite, ohne zu bestimmten Handlungen auf der Webseite aufgefordert zu werden. Die Komplexität nimmt zu, wenn du z. B. einen Katalog an Dienstleistungen hast, den man filtern kann, oder wenn du dynamische Formulare benötigst (z. B. Kostenrechner für einen Umzug), oder wenn Inhalte an die Nutzer angepasst werden sollen (z. B. Rentner erhalten andere Vorschläge und Angebote als Schüler). Am aufwendigsten sind Bestell- und Zahlungsvorgänge wie z. B. in Webshops, da diese nicht nur von der Konzeption und Programmierung her kompliziert sind, sondern auch viele rechtliche Vorgaben erfüllen müssen.

Tipp: Es gilt also: Je komplexer die Funktionen auf deiner Webseite, desto wahrscheinlicher ist es, dass du eine Agentur beauftragen solltest.

Entscheide nach Komplexität und Wichtigkeit deiner Webseite.

Wichtig: Das Diagramm dient nur zur groben Orientierungshilfe für dich. Wir empfehlen dir auf jeden Fall, dein Projekt mit einer Agentur durchzusprechen. Die meisten Agenturen bieten kostenlose Auftragsklärungsgespräche. Wir von der JEMO DIGITAL AGENTUR beraten dich sehr gerne kostenlos zu deinem Projekt und sagen dir auch ehrlich, ob wir für dein Unternehmen und deine Ziele eine Webseite empfehlen würden.

Anspruch an Pro­fes­sio­nali­tät

Egal, wie gering die Wichtigkeit deiner Webseite für dein Unternehmen ist - wenn du erst einmal eine Webseite hast, ist sie ein Aushängeschild für deine Firma und deine Marke. Eine schlechte Webseite kann damit also gegebenenfalls mehr Schaden anrichten als keine Webseite. Wie wichtig das aber für dich ist, hängt stark von deiner Branche und den Erwartungen deiner Kunden ab. Wenn du ein Kunststudio eröffnet hast und Malkurse anbietest, verzeihen dir die Kunden eher eine etwas chaotische Webseite, weil die Teilnahme an einem Kunstkurs weniger Vertrauen in die Kompetenz des Unternehmens voraussetzt. Ähnliches gilt auch für viele Ladengeschäfte oder Gastronomiebetriebe, bei denen oft weniger Kontakt über die Webseite entsteht. 

Das andere Extrem wäre ein Unternehmen in der Finanz- oder Rechtsbranche, wo Kunden viel Vertrauen benötigen und viel solide Kompetenz erwarten. Hier zählen unter anderem auch Dienstleistungen aus dem Bereich Coaching und Beratung dazu. Hochpreisige Dienstleistungen, die sich von Laien nicht leicht bewerten und einschätzen lassen, benötigen eine hohe Überzeugungskraft. Auch wenn du mit deinem Unternehmen Investoren gewinnen willst, solltest du viel Wert auf Professionalität legen. 

Du kannst das selbstverständlich alleine mit einem Baukasten hinbekommen - es kommt hier komplett darauf an, was du dir selbst zutraust.

Tipp: Schau dir deine Mitbewerber / Konkurrenten an. Deine Webseite sollte mindestens so professionell wirken wie die deiner direkten Konkurrenz. Wenn du als neues, junges, kleines Unternehmen mit großen etablierten Unternehmen konkurrieren willst, kannst du mit einer guten modernen Webseite oft punkten, da viele Webseiten von größeren Unternehmen veraltet sind.

Die Phase deines Un­ter­nehmens

Sowohl die Wichtigkeit deiner Webseite, die Komplexität ihrer Funktionen, als auch der Anspruch an Professionalität können sich durch eine Weiterentwicklung deines Unternehmens stark ändern. 

Wenn du frisch gründest, kann eine 500 Euro Webseite von einem Studenten den Ansprüchen deines Unternehmens vollkommen genügen. Es kann sogar sein, dass es sich in einer frühen Phase noch gar nicht lohnt, sehr viel Geld in eine Webseite zu stecken. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn sich die Corporate Identity (Logo, Farben, etc.) deines Unternehmens in absehbarer Zeit stark ändern wird oder die Ausrichtung deiner Dienstleistungen noch nicht fest definiert ist. Wenn dies der Fall ist, man aber mit der Webseite nicht warten kann, ist es denkbar, eine günstige Zwischenlösung zu beauftragen oder selbst zu bauen, und erst später eine professionellere oder komplexere Webseite bauen zu lassen.

Tipp:Immer, wenn dein Unternehmen sich weiterentwickelt, solltest du re-evaluieren, ob deine Webseite noch den Ansprüchen deines Unternehmens genügt, und dann entsprechend handeln.

Die Entscheidung, ob du deine Webseite selbst machst oder eine Agentur beauftragst, wird also von vielen Faktoren beeinflusst. Gerade am Anfang deiner Gründung kann es sein, dass du einige dieser Faktoren noch nicht kennst oder nicht einschätzen kannst. Enterprise hilft dir, deine Unternehmensziele zu festigen. Wenn du darüber hinaus Fragen zum Thema Webseite hast, kannst du gerne auf die JEMO DIGITAL AGENTUR zukommen.

Im Teil 3 der “Webseite 101”-Serie geben wir dir Tipps, was du alles für deine Webseite beachten solltest. Egal, ob du deine Webseite selber machst oder eine Agentur beauftragst, mit unserer Checkliste bist du bestens auf das Projekt Webseite vorbereitet und weißt, welche Fragen du bei einer Auftragsklärung stellen musst. 

Autorin:Jenny Bachmann ist die Gründerin der JEMO DIGITAL AGENTUR, einer Potsdamer Webagentur, die sich auf individuelle Webseiten-Konzepte spezialisiert hat.

Zum 1. Artikel der Serie "Webseiten 101"

Mehr über die Gründer erfahren