• „Wenn‘s schnell gehen soll, mach langsam.“

    Fanni Brinkmann hat vor zwei Jahren das Café Mossy in Potsdam-West eröffnet. Mutter, Partnerin und Cafégründerin gleichzeitig zu sein, stellte sie vor eine Herausforderung. Heute ist ihr Café keine „One-Woman-Show“ mehr und ein Ort, den sie niemals missen möchte.

    Fanni, wir waren schon häufig Gäste bei dir im Café. Was hat dich eigentlich daran gereizt, ein Kiez-Café zu eröffnen?

    Es kamen verschiedene Faktoren zusammen: Die Lust auf ein Projekt in Selbstständigkeit, die künftige Möglichkeit auf ein flexibleres Arbeitsleben mit Kind sowie die tolle Immobilie in unserem Kiez, in dem ich selbst auch lebe und den ich liebe! Eigentlich komme ich aus der Öffentlichkeitsarbeit, aber während der Elternzeit und einem Auslandsaufenthalt in Italien wuchs der Wunsch, etwas völlig anderes zu machen.

    Wer hat dich dabei am meisten unterstützt?

    Friends & Family, die vor allem in der Vorbereitungsphase für mich da waren, insbesondere mein Freund Carol und die Gründungwerkstatt Enterprise natürlich! Ich hatte das große Glück, besondere Menschen zu treffen, die mich dann nach der Eröffnung in Sachen Unternehmensführung und im Tagesgeschäft unterstützten. Besonders David Immel von Sumid Consult war eine echte Bereicherung!

    Wie hast du die Café-Gründung finanziert?

    Ich hatte einige private Ersparnisse sowie den ILB-Gründungskredit. Der war die Grundlage für das Café. Bis zur Auszahlung konnte ich mit meinem Eigenkapital die ersten Schritte gehen sowie die Miete für die Immobilie zahlen. Letztlich war es sehr knapp kalkuliert, aber es wird. 

    Was bedeutete das Café Mossy für dein Familienleben?

    Viel Verzicht auf Freizeit und richtig durchgeplante Strukturen im Alltag. Wir hatten unseren Sohn immer noch zu Hause und switchten ständig zwischen Betreuung, Café und Selbstständigkeit meines Freundes hin und her. Mit den zunehmend strukturierten Arbeitsabläufen im Mossy trat auch mehr regelmäßiger Rhythmus ein.

    Was waren die bisher größten Herausforderungen?

    Mutter, Partnerin und Cafégründerin gleichzeitig zu sein, die Organisation aller „Abteilungen“ meines kleinen Business selbst zu übernehmen sowie die Fähigkeit zu erlangen, sich mittendrin immer wieder zu erden.

    Und was waren deine größten Learnings?

    Dass Gründen mit einem gleichberechtigten Business-Partner sinnvoller gewesen wäre, um sich die Arbeit zu teilen, dass man in solch einem Dienstleistungsgewerbe vorab ausreichend finanzielle Rücklagen einplanen und seine Persönlichkeit realistisch auf die notwendigen Eigenschaften abklopfen sollte, die man als Gründer braucht. Das heißt: Was kann ich schon und was fehlt mir noch? Und: Man sollte sich ausreichend Zeit nehmen für die gesamte Planung. Getreu dem Motto: Wenn‘s schnell gehen soll, mach langsam.

    Was motiviert dich heute?

    Ich bin sehr froh, dass das Mossy mittlerweile keine One-Woman-Show mehr ist. Die großartige Renate backt und kocht, Kevin kümmert sich um Events, Anne ist unsere tolle Aushilfe und Ilja der neue Geschäftsführer - es gibt jetzt also ein richtiges Mossy-Team! Ich habe mich hinterm Tresen ausgeklinkt und liebe es, mich nun stärker um andere Dinge kümmern zu können.

    Würdest du das heute nochmal machen?

    Auch wenn es viel zu meistern gab, habe ich so viel über mich und das Leben gelernt und möchte das Mossy auf keinen Fall missen! Es ist ein toller Ort, er entwickelt sich weiter - und ich hoffe, dass das noch lange so bleibt. Darum sage ich ganz klar: ja!

    Fanni, vielen Dank für das Interview. Wir wünsche dir weiterhin alles Liebe und viel Erfolg!

    Das Interview führte Linda Pförtner (pfoertner@socialimpact.eu) von Enterprise – Deine Gründungswerkstatt

     

    (PS: Schaut mal in die Februar-Ausgabe des Stadtmagazins Events, dort findet ihr eine Zusammenfassung des Interviews :-) )

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